
Es gibt eine Möglichkeit, das Sauna-Erlebnis noch intensiver und wohltuender zu gestalten. Eine Methode, die in den nordischen Ländern seit Jahrhunderten fest zur Saunakultur gehört und die wir dir heute näherbringen möchten. Wir sprechen vom Sauna Whisking, auch bekannt als die Arbeit mit dem Wenik oder der Vihta. Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, sich mit Zweigen zu „schlagen“, doch wer es einmal erlebt hat, weiß um die tiefgreifende Wirkung dieses Rituals auf Körper und Geist.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Whisking?
Beim Sauna Whisking handelt es sich um eine traditionelle Massageform, bei der Bündel aus Baumzweigen verwendet werden. Diese Bündel nennt man Saunabesen oder im finnischen Original Vihta sowie im Russischen Wenik. Diese Praxis hat ihre Wurzeln tief in der Geschichte Estlands, Finnlands und Russlands. Dort wissen die Menschen seit Generationen, dass die Kraft der Bäume in Kombination mit der Hitze der Sauna wahre Wunder bewirken kann. Es geht dabei keineswegs um Schmerz oder Züchtigung. Ganz im Gegenteil steht das Wohlbefinden im Mittelpunkt. Die sanften Schläge und das Streichen mit den blätterreichen Zweigen regen die Durchblutung an und sorgen für ein unvergleichliches Hautgefühl.
Wenn du dich für eine eigene Sauna interessierst, in der du solche Rituale zelebrieren kannst, stehen wir dir gerne beratend zur Seite. Eine persönliche Beratung hilft dir dabei, den perfekten Rückzugsort in deinem Zuhause zu schaffen.
Die gesundheitlichen Vorzüge dieser Tradition
Warum solltest du nun Zweige mit in deine Wellness-Oase nehmen? Die Antwort liegt in der vielseitigen Wirkung auf deinen Organismus. Das Abschlagen des Körpers mit dem Wenik wirkt wie eine intensive Massage. Die Hitze der Sauna öffnet deine Poren und bereitet die Haut optimal vor. Durch die rhythmischen Bewegungen der Zweige wird die Blutzirkulation massiv gefördert. Das führt zu einem angenehmen Kribbeln auf der Haut und einer tiefen Erwärmung der Muskulatur. Verspannungen lösen sich und du fühlst dich nach der Anwendung wie neu geboren.
Zusätzlich wirken die Blätter wie ein natürliches Peeling. Abgestorbene Hautschüppchen werden sanft entfernt und deine Haut wird streichelzart. Doch das ist noch nicht alles. Die ätherischen Öle, die durch die Hitze und die mechanische Beanspruchung aus den Blättern freigesetzt werden, wirken wie eine Aromatherapie. Der Duft von Birkenwald oder Eukalyptus füllt den Raum und beruhigt dein Nervensystem. Viele Saunagänger berichten von einem Gefühl der emotionalen Erdung und einer tiefen inneren Ruhe, die sich während des Rituals einstellt.
Die richtige Vorbereitung und Anwendung
Damit das Whisking zu einem vollen Erfolg wird, ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Ein trockener Saunabesen muss zunächst wieder zum Leben erweckt werden. Lege ihn dazu für etwa 15 bis 20 Minuten in warmes Wasser. Das macht die Zweige und Blätter wieder geschmeidig und flexibel. Zudem entfaltet sich so der herrliche Duft, der deine Sauna in einen nordischen Wald verwandelt. Manche Genießer stellen den Besen auch während des Aufheizens in einer Schüssel mit Wasser in die Kabine, um den Raum vorab zu beduften.
Beginne dein Ritual erst, wenn dein Körper gut aufgewärmt ist. Verbringe einige Minuten in der Hitze, bis du leicht zu schwitzen beginnst. Dann nimmst du den Wenik und beginnst sanft, deinen Körper abzuklopfen oder abzustreichen. Die Bewegungen sollten weich und fließend sein. Es soll sich anfühlen wie ein warmes Bürsten. Du kannst dich selbst behandeln oder, was noch entspannender ist, dich von einem Partner verwöhnen lassen. Wenn eine zweite Person das Whisking übernimmt, gleicht es einer Ganzkörpermassage. Konzentriere dich dabei besonders auf Bereiche, die sich verspannt anfühlen, wie den Nacken oder die Schultern.
Nach der Anwendung ist eine Abkühlung essenziell. Eine kalte Dusche oder der Gang in ein Tauchbecken sorgen für den perfekten Kontrast. Das Gefäßtraining durch den Wechsel von heiß und kalt stärkt dein Immunsystem und hinterlässt ein Gefühl von Frische und Vitalität.
Die Vielfalt der Saunabesen
Es gibt verschiedene Arten von Saunabesen, die alle ihre eigenen Charakteristika und Vorzüge haben. Die Wahl des Holzes beeinflusst das Erlebnis maßgeblich.
Der Klassiker aus Birke: Der Birkenbesen ist wohl die bekannteste Variante. Birkenzweige sind sehr flexibel und die Blätter weich. Sie enthalten Saponine, die eine leicht seifige und reinigende Wirkung haben. Der Duft ist frisch und erinnert an den Frühling. Ein Birkenwenik ist ideal für Einsteiger, da er sehr sanft zur Haut ist und hilft, Muskelverspannungen locker zu lösen.
Die Kraft der Eiche: Eichenzweige haben breitere und festere Blätter. Sie sind robuster und eignen sich hervorragend für diejenigen, die eine kräftigere Massage bevorzugen. Eichenlaub speichert die Hitze sehr gut und treibt sie tief in den Körper. Das Aroma ist herb und waldig. Ein Eichenbesen ist besonders langlebig und fördert die Durchblutung sehr intensiv.
Ahorn für Sanftmut: Weniger verbreitet, aber sehr angenehm, sind Besen aus Ahorn. Die Blätter sind weich und groß. Wenn sie warm werden, entwickeln sie eine leicht klebrige Textur, die manche als sehr wohltuend empfinden. Ahorn wirkt beruhigend und ist eine gute Wahl, wenn du Stress abbauen möchtest.
Eukalyptus für die Atemwege: Ein Besen aus Eukalyptus ist ein Segen für die Atemwege. Der starke, mentholhaltige Duft befreit die Nase und wirkt belebend auf den Geist. Oft werden Eukalyptuszweige auch mit Birkenzweigen gemischt, um die Stabilität des Besens zu erhöhen und gleichzeitig die aromatherapeutischen Vorteile zu nutzen.
Bambus für Rhythmus: Eine exotischere Variante ist der Bambusbesen. Er besteht aus vielen dünnen Bambusstäben und hat keine Blätter. Hier steht die perkussive Massage im Vordergrund. Das Klopfen mit Bambus erzeugt eine starke Vibration im Gewebe, die Verspannungen sehr effektiv lösen kann. Er ist sehr langlebig und muss nicht eingeweicht werden.
Wenn du unsicher bist, welches Zubehör für deine Wellness-Oase das richtige ist, sprich uns gerne an. Wir beraten dich umfassend zu allen Aspekten rund um deine Saunaausstattung.
Selbstgemacht oder gekauft?
Du kannst deinen Saunabesen natürlich fertig kaufen, aber es hat einen ganz besonderen Reiz, ihn selbst herzustellen. Der Frühsommer ist die beste Zeit dafür, wenn die Blätter saftig und voller Kraft sind. Achte darauf, gesunde Zweige von Bäumen zu wählen, die du kennst und die ungiftig sind. Binde die Zweige an den Enden fest zusammen und forme einen Griff. Du kannst den frischen Besen sofort verwenden oder ihn an einem dunklen, luftigen Ort trocknen lassen, um ihn für den Winter zu konservieren. Das Binden eines eigenen Weniks verbindet dich noch mehr mit der Natur und steigert die Vorfreude auf den nächsten Saunagang.
Obwohl Sauna Whisking eine sehr natürliche und sichere Praxis ist, solltest du auf deinen Körper hören. Wenn du sehr empfindliche Haut hast oder offene Wunden, solltest du vorsichtig sein oder auf das Whisking verzichten. Verwende niemals Pflanzen, die du nicht genau bestimmen kannst, um Hautreizungen zu vermeiden. Wie bei allem, was mit Hitze und Körperarbeit zu tun hat, gilt der Grundsatz der Achtsamkeit. Fühlt es sich gut an, ist es richtig.
Fazit
Das Sauna Whisking ist mehr als nur ein Trend. Es ist eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Saunakultur und eine wunderbare Möglichkeit, deinem Körper etwas Gutes zu tun. Die Kombination aus Wärme, Duft und Massage macht jeden Saunagang zu einem kleinen Kurzurlaub. Probiere es einfach aus und entdecke, wie viel Kraft in ein paar Zweigen stecken kann. Dein Körper wird es dir mit Entspannung und neuer Energie danken.
