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Das perfekte Holz für Ihre Infrarotkabine: Ein umfassender Material-Guide für Langlebigkeit und Gesundheit

 

 

Die Entscheidung für eine eigene Infrarotkabine ist weit mehr als nur der Kauf eines Wellness-Produkts; es ist eine langfristige Investition in Ihre Gesundheit und Lebensqualität. Während technische Aspekte wie die Art der Strahler oft im Mittelpunkt der Kaufentscheidung stehen, wird ein ebenso entscheidender Faktor häufig unterschätzt: die Wahl des richtigen Holzes. Das verwendete Material bestimmt nicht nur die Ästhetik und Haptik Ihrer Kabine, sondern ist maßgeblich für die Langlebigkeit, die Hygiene und das energetische Verhalten der Sauna verantwortlich.

In diesem ausführlichen Ratgeber beleuchten wir die physikalischen und biologischen Eigenschaften der gängigsten Hölzer im Saunabau und erklären, warum billiges Holz am Ende oft teuer zu stehen kommt.

Warum die Holzart über die Qualität Ihrer Auszeit entscheidet

Eine Infrarotkabine ist extremen Bedingungen ausgesetzt. Im Gegensatz zu Möbeln, die bei konstanter Raumtemperatur stehen, muss das Holz einer Kabine rasche Temperaturwechsel von Zimmertemperatur auf bis zu 65 Grad Celsius und wieder zurück verkraften. Hinzu kommt die Feuchtigkeit, die durch das Schwitzen des Körpers entsteht. Holz ist ein lebendiger Werkstoff, der auf diese Schwankungen mit Ausdehnung und Zusammenziehen reagiert – ein Prozess, den Fachleute als das „Arbeiten“ des Holzes bezeichnen.

Wird hier ein minderwertiges oder für den Saunabau ungeeignetes Holz verwendet, kann dies fatale Folgen haben. Es können sich Risse bilden, durch die wertvolle Wärme entweicht, oder sich das Material so stark verziehen, dass Türen nicht mehr sauber schließen. Noch kritischer ist der hygienische Aspekt: Weiche, offenporige Hölzer, die nicht resistent gegen Feuchtigkeit sind, bieten einen idealen Nährboden für Bakterien und Schimmelpilze. Auch die Gefahr von harzenden Stellen oder schmerzhaften Splittern ist bei falscher Holzwahl gegeben. Ein hochwertiges Kabinenholz muss daher eine hohe Dichte aufweisen, thermisch stabil sein und idealerweise von Natur aus antibakterielle Eigenschaften besitzen.

Die Kanadische Rotzeder: Der Goldstandard im Saunabau

Wenn es um Luxus und technische Überlegenheit geht, führt kaum ein Weg an der Kanadischen Rotzeder (Western Red Cedar) vorbei. Dieses Holz gilt unter Experten als das Nonplusultra für den Bau von Infrarotkabinen und Saunen, und das aus guten Gründen. Die Zeder wächst in den feuchten Klimazonen der nordamerikanischen Westküste und hat im Laufe der Evolution bemerkenswerte Abwehrmechanismen entwickelt.

Das Holz ist von Natur aus extrem widerstandsfähig gegen Fäulnis, Pilzbefall und Feuchtigkeit. Diese Resistenz verdankt die Zeder ihren natürlichen ätherischen Ölen. Diese Öle wirken nicht nur konservierend auf das Holz selbst, sondern haben auch eine aktive antibakterielle Wirkung im Innenraum der Kabine. Für den Nutzer bedeutet dies ein Höchstmaß an Hygiene und eine deutliche Reduzierung von Schimmelrisiken, selbst bei intensiver Nutzung.

Ein weiterer, oft gelobter Aspekt der Zeder ist ihre hervorragende Isolierfähigkeit. Aufgrund der spezifischen Zellstruktur speichert das Holz die Wärme exzellent und gibt sie sanft an den Innenraum ab, ohne dass die Oberflächen so heiß werden, dass man sich verbrennen könnte. Dies sorgt für eine hohe Energieeffizienz der Kabine.

Für viele Liebhaber ist jedoch der Duft das entscheidende Kriterium. Die ätherischen Öle der Zeder verströmen ein warmes, aromatisches Bouquet, das die Entspannung tiefgreifend fördert und oft als therapeutisch empfunden wird. Sollte der Duft nach vielen Jahren der Nutzung nachlassen, lässt er sich durch einfaches Anschleifen des Innenholzes reaktivieren, da die Öle tief im Holz gebunden sind. Optisch besticht Zeder durch ein lebendiges Farbspiel, das von hellem Honiggelb bis zu tiefem Schokoladenbraun reicht und jeder Kabine ein edles Unikat-Flair verleiht.

Hemlock-Tanne: Die robuste und elegante Alternative

Wer die technischen Vorzüge eines nordamerikanischen Nadelholzes sucht, aber eine ruhigere Optik und Geruchsneutralität bevorzugt, ist mit der Hemlock-Tanne (Hemlock Fir) bestens beraten. Dieses Holz stammt ebenfalls primär aus Kanada und den USA und teilt viele der positiven Eigenschaften der Zeder, unterscheidet sich jedoch in einigen wesentlichen Punkten.

Hemlock ist bekannt für seine enorme Härte und Widerstandsfähigkeit. Es ist praktisch harzfrei und weist kaum Astlöcher auf, was zu einem sehr homogenen, eleganten Erscheinungsbild führt. Die Farbe variiert meist zwischen einem rötlichen Grau und einem gelblichen Braun, wirkt aber insgesamt ruhiger als die wilde Maserung der Zeder. Durch die hohe Dichte des Holzes ist Hemlock ein exzellenter Wärmespeicher, was die Effizienz der Infrarotstrahler unterstützt.

Ein entscheidender Vorteil für empfindliche Nasen ist die Geruchsneutralität. Während der Duft der Zeder für viele ein Kaufargument ist, gibt es Menschen, die in der Wärme der Kabine keine starken Aromen wünschen. Für diese Nutzergruppe ist Hemlock die ideale Wahl, da es selbst bei hohen Temperaturen kaum Eigengeruch entwickelt. Zudem ist das Holz sehr biegsam und stabil zugleich, was Designern die Möglichkeit gibt, auch geschwungene Elemente und moderne Formen zu realisieren, ohne die strukturelle Integrität zu gefährden.

Möchten Sie den Unterschied zwischen Zeder und Hemlock live erleben oder Holzmuster sehen? Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Terminvereinbarung.

Fichte und Kiefer: Die europäische Basisklasse

Im preisgünstigeren Segment dominieren oft heimische Hölzer wie Fichte oder Kiefer. Diese Hölzer sind in Europa weit verbreitet und daher kostengünstiger in der Beschaffung und im Transport. Fichtenholz ist sehr hell und verleiht der Kabine einen freundlichen, skandinavischen Look. Es ist ein relativ hartes Holz, was es unempfindlich gegen Stöße und Dellen macht – ein Vorteil, wenn die Kabine häufig auf- und abgebaut werden muss.

Allerdings bringt die physikalische Struktur der Fichte Nachteile im feuchtwarmen Klima einer Infrarotkabine mit sich. Fichte ist weniger resistent gegen Feuchtigkeit als Zeder oder Hemlock. Schweiß und Kondenswasser können schneller in die Poren eindringen, was zu unschönen Flecken führen kann. Wer sich für eine Kabine aus Fichtenholz entscheidet, muss daher penibel auf Hygiene achten. Die Verwendung von Handtüchern auf allen Sitz- und Bodenflächen ist hier absolute Pflicht, um den direkten Kontakt von Schweiß mit dem Holz zu minimieren. Zudem sollte nach jeder Sitzung eine ausreichende Lüftungs- und Trocknungsphase eingeplant werden, um das Holz langfristig zu schützen.

Ein positiver Aspekt der Fichte ist ihre Eignung für Allergiker. Da das Holz sehr harzarm ist und kaum ätherische Dämpfe abgibt, gilt es als zu 99 % hypoallergen. Wer also auf Duftstoffe sensibel reagiert und ein begrenztes Budget hat, findet hier eine solide Lösung, muss jedoch Abstriche bei der Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit machen.

Zirbenholz: Der alpine Spezialist

Eine Sonderstellung nimmt das Zirbenholz (Arve) ein. Es ist besonders im Alpenraum sehr beliebt und bekannt für seinen intensiven, charakteristischen Duft, dem eine beruhigende Wirkung auf den Herzschlag nachgesagt wird. Zirbenholz ist weich, was es angenehm zum Sitzen macht, und dennoch robust. Es ist von Natur aus antibakteriell und resistent gegen Pilze.

Die Optik ist jedoch Geschmackssache: Zirbe ist sehr astreich. Diese vielen dunklen Asteinschlüsse geben dem Holz sein typisches, rustikales Aussehen, das nicht in jeden modernen Wohnraum passt. Zudem ist Zirbenholz oft preisintensiv und aufgrund seiner Weichheit anfälliger für Kratzer als Hemlock oder Fichte.

Nachhaltigkeit und Zertifizierung: Ein Muss für das gute Gewissen

Unabhängig von der gewählten Holzart sollten Sie beim Kauf einer Infrarotkabine stets auf die Herkunft des Materials achten. Hochwertige Hersteller verwenden ausschließlich Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Achten Sie auf Zertifikate wie FSC (Forest Stewardship Council) oder PEFC. Diese Siegel garantieren, dass für Ihren Wellness-Traum keine Urwälder abgeholzt wurden und dass die Waldbewirtschaftung ökologisch und sozial verträglich erfolgt.

Besonders bei Hölzern aus Übersee, wie der kanadischen Zeder oder Hemlock, ist der Nachweis einer lückenlosen Lieferkette (Chain of Custody) ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Es stellt sicher, dass Sie ein ökologisch unbedenkliches Produkt erwerben.

Vorsicht bei „Sibirischer Zeder“ und Furnier

Ein wichtiger Hinweis für den Verbraucher betrifft irreführende Bezeichnungen. Oft wird im Handel „Sibirische Zeder“ angeboten. Hierbei handelt es sich botanisch gesehen meist nicht um eine echte Zeder, sondern um eine Kiefernart (Sibirische Zirbelkiefer). Diese verfügt zwar über gute Eigenschaften, ist aber nicht mit der Resistenz und den Ölen der echten Western Red Cedar vergleichbar.

Ebenso sollten Sie darauf achten, ob es sich um Massivholz oder lediglich um Furnier handelt. Bei billigen Kabinen wird oft minderwertiges Pressspanholz mit einer dünnen Schicht Edelholz überzogen. Im heißen Klima der Kabine können die im Pressspan verwendeten Leime ausgasen und die Atemluft belasten. Eine hochwertige Infrarotkabine sollte daher immer auf massives, naturbelassenes Holz setzen, um eine Schadstoffbelastung sicher auszuschließen.

Welches Holz passt zu Ihnen?

Die Wahl des Holzes ist eine Abwägung zwischen Budget, gewünschter Langlebigkeit und persönlichen sensorischen Vorlieben.

  • Wählen Sie Kanadische Rotzeder, wenn Sie das langlebigste Material, beste Isolierung, natürliche Hygiene und einen aromatischen Duft suchen und bereit sind, in Spitzenqualität zu investieren.
  • Wählen Sie Hemlock, wenn Sie ein extrem robustes, elegantes und vor allem geruchsneutrales Holz bevorzugen, das optisch ruhig wirkt.
  • Wählen Sie Fichte, wenn das Budget im Vordergrund steht und Sie bereit sind, mehr Aufwand in Pflege und Hygiene zu investieren.

Ihre Gesundheit steht an erster Stelle. Gehen Sie daher bei der Materialwahl keine Kompromisse ein, die Sie später bereuen könnten. Eine Infrarotkabine kauft man idealerweise nur einmal im Leben – dann aber richtig.

Haben Sie noch Fragen zur Holzpflege oder möchten Sie wissen, welches Modell perfekt in Ihre Räumlichkeiten passt? Unser kompetentes Team steht Ihnen für eine individuelle Beratung jederzeit zur Verfügung. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns!

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